Der vorliegende Artikel plädiert dafür, die meist auf die Aspekte Todesdefinition, -kriterium und -feststellung fokussierte Diskussion über die moralische (Un-)Zulässigkeit der Spende und Transplantation vitaler Organe aufzubrechen und beim Nachdenken darüber das zum Ausgangspunkt der Überlegungen zu machen, was mit dem Tod eigentlich verloren geht, nämlich das Leben. Nach einer Antwort auf die Frage „Was ist Leben?“ suchend wird hierbei aufgezeigt, dass Leben nicht auf das Vorhandensein gewisser beobachtbarer physiologischer Größen reduzierbar ist, sondern in seinem wesentlichen Kern nur mit den Mitteln der Philosophie als der actus primus alles Lebendigen und das, was wir gemeinhin Seele nennen, erklärt werden kann. Auf Basis der so gewonnenen Erkenntnisse wird geschlussfolgert, dass die Entnahme vitalen organischen Materials aus einer Person, deren Gehirnaktivitäten ausgefallen sind, immer prämortal erfolgt und damit einen Verstoß gegen die Tote-Spender-Regel bedeutet.

Autor: Erk, Christian
Erscheinungsjahr: 2014
Umfang: 9 Seiten
Medientyp: Fachbeitrag
In: THEOLOGISCHES Katholische Monatsschrift (Hg.)
Ort: Bonn
Verlag: Verlag Nova & vetera e.K.
Datenbank-ID: 2014-ERK-0078