Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs, äußert sich anlässlich des deutschen Bundesverfassungsgerichtshof-Urteils, welches im Februar 2020 das Verbot der geschäftsmäßigen Suizid-Assistenz als verfassungswidrig aufhob, zur auch in Österreich bevorstehenden Verfassungsgerichtshof-Entscheidung über die beantragte Aufhebung des Verbots von Tötung auf Verlangen und Beihilfe zum Suizid. Aufgrund der Erfahrungen aus Ländern, in denen die aktive Sterbehilfe legalisiert wurde und die einen Anstieg der Fälle und eine Ausweitung von unheilbar Kranken auf jedes, als als unerträglich diagnostizierte Leiden verzeichnen, warnt er vor einer Lockerung der Gesetze in Österreich. Als Alternative zur gewerbsmäßigen Sterbehilfe wünscht er sich den flächendeckenden Ausbau der Palliativmedizin, einer Medizin, die sich primär um die Lebensqualität des Schwerkranken bemüht. Der Wunsch nach Liberalisierung der Sterbehilfe-Gesetze sei auch von (volks)wirtschaftlichen Interessen geleitet. Sterbehilfe-Vereine spielen hier eine große Rolle, ebenso wie der Druck auf alte und zu pflegende Menschen niemandem zur Last zu fallen.

Autor: Trendl, Alfred
Erscheinungsjahr: 2020
Umfang: 3 Seiten
Medientyp: Zeitungsartikel
In: Jandl, Gerhard (Hg.): Academia - Politik. Wirtschaft. Religion. Kultur.. Ende und Anfang einer Ära - Die politischen Umbrüche der Hippiezeit. 02/2020
Ort: Wien
Verlag: Cartellverband der katholischen österreichischen Studentenverbindungen
Datenbank-ID: 2020-TRE-0163