Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat am 4. Juni 2019 die Stellungnahme „Fortpflanzungsmedizin in Deutschland –für eine zeitgemäße Gesetzgebung“ veröffentlicht, in der ein neues Fortpflanzungsmedizinrecht gefordert wird. Der Verein Spenderkinder kritisiert in dieser Stellungnahme mehrere Forderungen und zentrale Aussagen der Leopoldina als einseitig aus der Sicht von Wunscheltern und Reproduktionsmedizin geprägt. "Es gibt keinen Anspruch darauf, Eltern zu werden," stellt der Verein fest. In der Stellungnahme wird festgehalten, dass es einen klaren Unterschied zwischen Samenzellen- und Eizellenentnahme gibt und dass gerade letztere Gefahr läuft, kommerzialisiert zu werden. Der Verein weist auf die Schwierigkeiten für das Kind hin, die soziale von der biologischen Mutter zu unterscheiden. Anders als bei der Samenspende sei die Eizellenspende auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden, denn für die Eizellabgabe ist eine hormonelle Stimulation und eine chirurgische Entnahme erforderlich. Deutlich wendet sich die Stellungnahme auch gegen die Leihmutterschaft, selbst wenn diese nicht kommerziell ist: Auch wenn der entstehende Mensch bei einer „altruistischen“ Leihmutterschaft nicht gegen Geld „gehandelt“ sondern unentgeltlich weitergegeben wird, wird mit dem Menschen umgegangen wie mit einem Objekt. Wenn ein Mensch wie ein Objekt behandelt wird, verletzt das seine Würde als Subjekt.

Autor: Verein Spenderkinder
Erscheinungsjahr: 2019
Umfang: 7 Seiten
Medientyp: Online-Publikation
Ort: Berlin
Verlag: Verein Spenderkinder
Datenbank-ID: 2019-VER-0147